Frühling in der Toscana (16.3.-23.3.2025)

Eine Woche voller Sonnenschein mit lieben Menschen in der Toskana, – kann es etwas Schöneres geben? Wir starteten in Florenz in einem wunderbaren Hotel mitten im Zentrum und erlebten Tage, die uns die Welt der drei Kronen der Toskana sehr nahe brachten. Waren wir zu Beginn noch sehr vorsichtig, und ehrfürchtig gegenüber dem, was die Welt Dantes, Boccaccios und Petrarcas bedeutete, so tasteten wir uns täglich einige Schritte vor und erlebten Großartiges: Florenz zeigte sich uns nicht nur als Stadt der Medici in ihrem Reichtum sondern auch als Metropole der „Misericordia“, der Nächstenliebe. Unmittelbar gegenüber des Doms wurde eine Institution aufgebaut, deren Schätze unfassbar sind und die seit den Tagen der Pest Dienst am Nächsten tut. Sie brachte uns die Hölle Dantes nahe. Wir folgten den Spuren Boccaccios und diskutierten wild über die Kraft von Kreativität, die damals sicher nicht weniger wichtig war als heute. Wir durften einen kleinen Einblick in die große Welt der Archive haben und konnten dabei DAS Archiv der EU kennenlernen. Und dann kam der Ausflug in die wunderschöne Toskana: Wir starteten in den Landstrich der Toskana, den Touristen bis heute vergessen haben. Das Cassentino-Tal mit seinen Burgen, in dem Weltgeschichte geschrieben wurde, das heute, gerade weil nicht überlaufen, einen anziehenden Charme bewahrt hat. Sogar in einer Privatburg durften wir zu Gast sein und fürstlich speisen. In Arezzo, der Geburtsstadt Petrarcas, wurden wir im herrschaftlichen Rathaus empfangen und erhielten Einblick in die stolze und bis heute gepflegte Vergangenheit. Petrarca hat hier alles gelernt, was er brauchte, um einer der größten Dichter zu werden. Wer waren Beatrice, Fiametta und Laura, die Musen der drei Kronen. Waren sie real? Im Grunde leben sie noch heute und schaffen etwas Unglaubliches: Wer sich von ihnen inspirieren lässt, der lebt anders. Einen Hauch dieser Erfahrung durften wir genießen. Und nicht zuletzt aber um so mehr: Ein dickes Dankeschön an Barbara de Mars, ohne die diese Reise unmöglich gewesen wäre. Sie hat übersetzt, organisiert und viele Wege gegangen, bevor wir kamen. Sie hatte durch ihre vielen Beziehungen zu den Menschen immer das gefunden, was uns oft genug den Schlüssel zum Verständnis gab.

Kommentare zur Reise:

Es bleibt der Eindruck einer überzeugend vermittelten persönlichen Begeisterung, von klug ausgewählten Literaturbeispielen an eindrucksvollen Orten, die man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt. Mit Geduld wurden jegliche Sonderwünsche erfüllt.

Die Reise hat mir außerordentlich gut gefallen, weil außergewöhnliche Orte besucht werden, die auf normalen Studienreisen nicht angeboten werden. Die Literaturausführungen waren fachlich exzellent, tiefgreifend und schön. Die Betreuung der ganzen Reise war herzlich und sehr gut.

Kultur und Literatur treffen auf Natur. Eine inspirierende Begegnung!

Eine wunderbare Reise in die Welten von Dante, Boccaccio und Petrarca unter liebevoller und kompetenter Führung.

Beide Reiseleiterinnen waren extrem kompetent in Sachen Kunst, Literatur, Geschichte, Landschaft und Leidenschaft für die Sujets.

Mit dieser Reise verlässt man die ausgetretenen Pfade des Toskana Tourismus. Eine nicht nur literarisch anspruchsvolle Reise, sehr gut organisiert, mit vielen eindrucksvollen Begegnungen.

EU live 2025

Wir hatten dichte und interessante Tage in Brüssel. Unterwegs mit 29 interessierten Damen und Herren besuchten wir zuerst die Innenstadt mit ihren denkmalgeschützten Besonderheiten. Schwerpunkt unserer Reise waren dann aber der Besuch der NATO, des EU Parlaments und der Landesvertretung Baden-Württembergs. Bei jeder Institution hatten wir hochkompetente Gesprächspartner, die uns mit klaren Worten die Komplexität ihres Tuns verdeutlichten. Es wurde kräftig diskutiert und wir haben Einblick in den Ernst der weltpolitischen Lage erhalten. Russischer Angriffskrieg und Trumps Wahl zum Präsidenten stellen Europa vor bislang nicht gekannte Herausforderungen. Die EU muss jetzt handeln und wird dabei viel Geld ausgeben müssen ,- whatever it takes. Das war die klare Botschaft. Wir haben die Atmosphäre der Kantine in der NATO genossen, den herzlichen Empfang in der Landesvertretung Baden-Würtembergs, wir waren erstaunt über die Verzahnung der politischen Einflussnahme Stuttgarts auf europäische Politik und wir konnten im Haus der europäischen Geschichte der Frage nachgehen, welches kulturelle Gedächtnis das Europa von heute prägt. Auf der Rückfahrt machten wir Halt in Schengen und gedachten dem zarten Anfang vor fast 40 Jahren, als in einem Moselschiff der Vertrag unterzeichnet wurde, der den grenzenlosen Binnenverkehr ermöglichte. Sehr bewegt von vielen Eindrücken ging die Fahrt mit dem Fazit zu Ende:Jeder sollte das einmal erleben!

Kommentare von Teilnehmerinnen und Teilnehmern:

Die ausgewählten Programmpunkte waren im Zeitumfang und vor allem inhaltlich sehr sehr gut geplant, kompetent strukturiert und eingehend vertieft. Die stofflich nicht immer leicht verständlichen Inhalte bezüglich NATO und Europaparlament kann Frau Mielke in inspirierender Weise nahebringen, sie motiviert zum Mit- und Weiterdenken und das in wohltuender Freundlichkeit und gekonnter Gruppenleitung.

Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Schon als ich letztes Jahr den Katalog gelesen habe, war ich elektrisiert. Die Besuche der NATO-Zentrale, der B-W-Vertretung und des EU Parlamentes warn mit hochinteressanten Vorträgen gespickt, die meine Erwartungen übertroffen haben. Die komprimierten Zusammenfassungen von Frau Mielke haben die Themen nochmals explizit in Erinnerung gerufen. Einfach „sehr gut“.

Ich bin sehr froh, dass ich mich für diese Reise angemeldet habe.

Europäische Union live – der Titel der Reise versprach nicht zuviel! Dank der klugen Auswahl an Referenten, der empathischen Betreuung und der konzentrierten Wissensvermittlung durch Frau Dr. Mielke, die auch immer wieder zu konstruktiven Fragen und Diskussionen anregte, gelang es., in den vier Tagen sich einen guten Überblick zu verschaffen und die aktuelle politische Situation besser einzuschätzen.

Die Reise EU-live war von höchster Qualität.

Sehr wertvoll für „Jedermann“

Eine perfekt organisierte Themenreise!!!

Die Reise war wunderbar, wir haben zu der heutigen Lage der Weltpolitik so wichtige Informationen erhalten! Mit dem Hintergrundwissen werde ich viel intensiver die Medien verfolgen. Vielen Dank!

Frau Mielke ist eine faszinierende Reiseführerin, geht auf die einzelnen Personenwünsche ein. Ihre Vorträge sind mitreißend und verständlich formuliert.

Die Reise bot ein Forum zum Nachdenken, Überdenken vorgefasster Meinungen, sie forderte zum Handeln auf.

Die Reise mit Frau Dr. Mielke nach Brüssel war von herzlicher Begleitung, kompetenten Ausführungen, Erklärungen und offenen Gesprächen geprägt. Ich habe von der Reise viel mitgenommen.

Eine wichtige Reise, die Einblick in die Arbeitsweise der Institutionen gegeben hat.

Die Reise war super, Fr. Dr. Mielke war immer offen und ansprechbar. Ich würde gern weitere Reisen mit ihr machen. Herzlichen Dank!

Besuch im Füllermuseum Heidelberg-Handschuhsheim am 11.10.2024

Unser Ausflug ins Füllermuseum in Heidelberg-Handschuhsheim hat wohl jeden begeistert. Herr Neureither und seine Schwester haben mit großer Sorgfalt diesen Vormittag vorbereitet, der wie im Flug verging. Authentisch und absolut lebendig erzählte Herr Neureither, der dieses Museum in privater Initiative seit 2016 aufgebaut hat, seitdem ehrenamtlich betreut und ständig erweitert, von er illustren Vergangenheit der Füllfederhalterproduktion in Heidelberg, speziell in Handschuhsheim. Er bringt alle zum Staunen, als klar wird, wie verzahnt dieser Produktionszweig mit der Geschichte Deutschlands zusammenhängt. Kaweco, eine Firma, die in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts 1200 Menschen in Handschuhsheim beschäftigte, wurde zum Zentrum der europäischen Füllfederhalterproduktion. Die große Zeit des Aufbaus, in denen wertvolle Materialien für die Füllerherstellung verwendet wurden, wurde jäh durch die dunklen Nazi-Jahre unterbrochen. Herr Neureither machte anhand der Reichsgesetzgebung darauf aufmerksam, wie intensiv staatliche Gesetzgebung die bisherige Praxis der Herstellung und auch der Schreibkultur verändert hat. Die deutsche Schrift wurde als jüdisch bezeichnet und verboten. Ganz schnell veränderte sich die Welt und mit ihr auch die Herstellungsmechanismen der Füller. Die Produktion lief zwar nach dem Krieg wieder an, allerdings mit anderen Vorzeichen. Die große Handschuhsheimer Zeit war für die Füllerherstellung vorüber.

Wir konnten vom Schreiben mit Feder bis zum Schreiben mit den unterschiedlichsten Füllern alles ausprobieren, wir lernten viel über Schreibkultur im Auf- und Niedergang, und jeder ging danach mit Sicherheit nach Hause, um seinen eigenen Füller erst einmal unter die Lupe zu nehmen. Herr Neureithers Kopf ist voller Geschichten, seine Neugierde, untergegangenen Welten nachzuforschen, ist ansteckend, und es war einfach ein wunderbarer Vormittag, der nicht nur zum Staunen anregte sondern auch selbst Lust darauf machte, die eigene Schreibkultur zu hinterfragen.

Vielen Dank Herrn Neureither und seiner Schwester für diese lehrreichen und unterhaltsamen Stunden.

Marseille und Sanary- Perlen Südfrankreichs, 27.9.-4.10.2024

Wenn eine tolle Gruppe auf wunderbare Landschaft, südliche Sonne und savoir vivre trifft, dann kann es nur gut werden. Wir haben eine sehr intensive Woche in der Provence verbracht, die allen, wirklich allen, phantastisch gefallen hat. Nach problemloser Anreise mit dem Zug waren wir drei Tage in Marseille und haben dort die Veränderung der Stadt von der verruchten Hafenstadt zur quirligen Kulturmetropole nachvollzogen. Unser Hotel, fußläufig zum Alten Hafen gelegen, war idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge in das alte Viertel rund um den Hafen. Wir haben Alexandre Dumas im Château d’If thematisiert, der berüchtigten Gefängnisinsel, in den er seinen Grafen von Monte Christo vierzehn Jahre lang gesetzt hat. Und wir haben die Haftbedingungen dieses historischen Romans mit denen verglichen, die in Putins Gefängnissen heute noch herrschen. Einen großen Unterschied gibt es nicht. Ebenso die Thematik Migration. Marseille war während des zweiten Weltkriegs Treffpunkt unzähliger Flüchtenden, die einfach nur weg wollten aus Europa und dort dann festsaßen. Transit, ein enorm dichter Roman von Anna Seghers erzählt davon. Heutige Fluchtbedingungen unterscheiden sich davon kaum….

Wir sind über die Route de Crêtes nach Le Castellet gefahren, dem provencalischen Dorf, in dem Marcel Pagnol seinen Klassiker „Die Frau des Bäckers“ gedreht hat und dann weiter nach Sanary, der Hauptstadt des literarischen Exils. Das Hotel de la Tour, in dem wir logierten, hat schon viele Berühmtheiten gekannt. Seine Lage direkt am pittoresken Hafen ist nicht zu toppen. Bei Spaziergängen haben wir uns den Manns, Feuchtwanger, den Werfels und anderen genähert. Wir haben aber auch wunderbare Ausflüge gemacht, z.B. mit dem Boot entlang der Küste in den Nationalpark der Calanques.

Ein Fazit dieser Reise ist klar aus all den Kommentaren zu erfahren, die auf meiner homepage stehen. Wir alle sind zu Hause wieder angekommen und können die Worte von Thomas Mann bestätigen, die er an René Schickele schrieb, als er bereits in der Schweiz war: Ich behalte Sanary in guter Erinnerung.

Ein paar Kommentare und Rückmeldungen von Teilnehmern:

Eine Reise, die durch intensive Erläuterung von Kultur, Geschichte und modernem Leben die Teilnehmer begeistert hat.

Eine wunderbare Reise in eine geschichtsträchtige Gegend, die alles bietet, was man sich wünscht.

Die Reise „Rendez-vous in der Provence“ vermittelt das savoir vivre der Franzosen in zwei interessanten Orten – dem Völkergemisch in Marseille und der Perle des Tourismus in Sanary-sur-mer mit seiner Bucht und den herrlichen Gässchen. Diese Orte erlebten die Exilanten zunächst unbeschwert, dann aber mit zunehmendem Druck und Verzweiflung. Frau Dr. Mielke hat durch eine kluge Auswahl der Texte dieses Lebensgefühl transportiert und uns die Parallele zur Gegenwart vorgestellt.

Eine tolle, informative Reise, sowohl in literarischer Hinsicht als auch landschaftlich und geschichtlich. Die gesamte Organisation war einfach perfekt.

Das Thema ist aktuell, aber auch traurig. Ich würde aber jedem Menschen den Rat geben, so eine Tour zu machen. Die Eindrücke vergisst man nicht, die bleiben.

Es war eine tolle Reise! Es war optimal! Die Mischung, das ganzheitliche Konzept zwischen Entspannung und tollen Informationen hat mir besonders gut gefallen. Das Thema der von den Nazis Verfolgten war super und man kann sich alles, das Leben, das sie führten, die Sorgen, aber auch die Zerstreuung, die das Leben dort bot, die vielen Gleichgesinnten, mit denen sie sich austauschen konnten nun viel besser vorstellen und sich einfühlen. Vielen Dank für diese wunderbare Reise an Herrn und Frau Mielke.

Im Vorfeld wurde vom Veranstalter trotz Gruppenreise auf individuelle Bedürfnisse eingegangen, die Betreuung und Begleitung vor Ort auf allen Ebenen der reise ließ nichts zu wünschen übrig.

Ich bin ehrlich beeindruckt von der sorgfältigen, kundigen, leidenschaftlichen, persönlich engagierten Herangehensweise an die Thematik – Auswahl der texte, Führung und Erklärung vor Ort. Und ich bin sehr angetan vom der freundlichen, geduldigen, rücksichtsvollen Umgang mit den Reiseteilnehmern und -teilnehmerinnen.

Superbe! Nur empfehlenswert! Literarisch, kulinarisch und inhaltlich vom Feinsten!

Die Reise ist individuell ausgerichtet, sehr durchdachte Tagesausflüge, Horizont erweiternd auf vielen Ebenen. Beste Betreuung!

Ich habe die Reise sehr genossen. Die Orte kennen zu lernen, wo in unheilvoller Zeit deutsche Literaten und Künstler Zuflucht fanden, war beeindruckend. Dann diese paradiesische Umgebung von Sanary, ich war ständig am Staunen, um diese Schönheit aufzusaugen. Eine wunderbare Reise, die mich den Exilanten näher gebracht hat. Eine Landschaft, die beglückt.

Wie immer breitete Frau Dr. Mielke ein kompaktes und hochinteressantes Angebot in schöner gepflegter Ambiente aus, bei dem auch Gaumen und Bewegung nicht zu kurz kamen und alle stets ein offenes Ohr fanden.

Eine tolle Reise. Viel gesehen und viel gelernt!!!

Literarisch unterwegs in Bad Gastein und Salzburg (10.6.-17.6.2024)

Bad Gastein empfing uns mit durchmischtem Wetter, – wir ließen uns aber nicht die Laune verderben. Wir wohnten im Hotel Excelsior, geführt von einem leidenschaftlich um das Wohl der Gäste bemühten Hotelierspaar. Es war fantastisch. Wir spazierten zu Kraftorten und Almen und natürlich zu dem Wasserfall, der quer durch das Dorf rast, und thematisierten an den unterschiedlichen Orten Texte von Menschen, die hier große Literatur geschrieben haben. Wir lernten Bad Gastein als Filmkulisse kennen und hörten von vielen Stars, die immer wieder kamen und kommen. Unnachahmlich hat Elisabeth Kröll ihrem Spitznamen, das historische Gewissen Bad Gasteins zu sein, alle Ehre gemacht. Der Nationalparkranger Hans Naglmayr sensibilisierte mit eindrücklichen Informationen und Bildern zu den Hohen Tauern für die Verantwortung, die wir alle tragen, wenn wir diese grandiose Natur betreten.

Das Programm war vielfältig. Anhand ausgewählter Passagen haben wir Humboldts Vorstelllungen vom Bildungsideal diskutiert, an dem er in Bad Gastein immer wieder arbeitete, wir stellten anhand eines Textes von Nikolai Gogol die Frage nach der Beurteilung von Theater, eine Frage, die wohl jeden Kunstinteressierten immer wieder beschäftigt, und wir betrachteten lyrische Passagen, die in Bad Gastein entstanden von der Minne bis in unsere Tage. Immer wieder wurde deutlich, warum dieser Ort so viele Menschen in seinen Bann gezogen hat und es weiter tut. Er ist sogar Thema eines Textes von Hermann Burger, mit dem er den Bachmannpreis gewonnen hat.

Derzeit herrscht erneut in diesem Ort Aufbruchsstimmung, Millionen wurden und werden in denkmalgeschützte Gebäude investiert, und einmal mehr erobert sich Bad Gastein derzeit ein neues Publikum. Diese Umbruchphase konnten wir voll und ganz genießen.

in Salzburg auf dem herrlichen Mönchsberg waren wir zu Gast im Johannesschlössel. Ein magischer Ort, ein wunderbar gepflegter, weitläufiger Garten und eine Oase der Ruhe und trotzdem ganz nah am quirligen Leben der Stadt. Stefan Zweigs Wohnort auf dem Kapuzinerberg gegenüber fast sichtbar, haben wir die Welt Zweigs genauer betrachtet, immer wieder die geradezu erschreckende Aktualität für uns heute thematisiert. Wir sind durch Salzburg geschlendert, haben immer wieder unter kundiger Führung von Inez Reichl de Hoog viele Geschichten von Menschen gehört, die die Stadt inspiriert und geprägt hat, waren zu Gast bei den Künstlern Michael Ferner und Marco Govorcin und haben erlebt, wie Kreativität sich immer neue Wege sucht – auch bei einem Maler, der sich als poetry slammer zeigte. Es ganb viele Höhepunkte in dieser Woche, nicht zuletzt auch das wunderbare Konzert im Schloß Mirabell. Und am Ende war klar: Wiederkommen ist wichtig. Viel zu viel konnte nur angerissen werden.

Impulse zum Advent

Gunnar Gunnarsson: Advent im Hochgebirge

Ein Land kennenzulernen bedeutet für mich auch, seine Literatur zu lesen. Es bedeutet auch, mit Menschen zu sprechen, Speisen zu kosten und Gebräuche wahrzunehmen, den Blick zu schärfen für das Andere. Mit dem Advent im Hochgebirge im Rucksack bin ich mitten im Sommer durch Island gewandert. Auch wenn Gunnarsson das Geschehen bewusst in die Zeit vor Weihnachten verlegt, so kann dieses Kleinod an Literatur zu jeder Jahreszeit gelesen werden. Benedikt ermöglichte mir einen anderen Blick auf die Landschaft, mein Gehen bekam einen anderen Rhythmus, es wurde geradezu meditativ.

Das Buch von Gunnarsson kann jedes Jahr neu gelesen werden, es bleibt immer aktuell, es erdet und sensibilisiert für das eigentlich Wichtige im Leben. Es kann zum Kompass werden.

Das Buch enthält die Gedanken, Anregungen und Kommentare aus dem virtuellen Literaturkreis vom Advent 2022.

Ulrike Mielke: Impulse zum Advent – Gunnar Gunnarsson: Advent im Hochgebirge.
Heidelberg 2023
Beziehbar über mich oder über alle Buchhandlungen.
ISBN 978-3-758427-87-9, Erscheinungsdatum: 13.11.2023.
Preis: 8,00€

Literarisch unterwegs in der Toskana

Vom 21.10.-28.10.2023 war ein lustiger Trupp unterwegs auf den Spuren von Dante, Boccaccio und Petrarca. Frau de Mars, inzwischen sicher ein toskanisches Urgestein, die bemüht ist, die Liebe zur Region allen ins Herz zu pflanzen, empfing uns und lotste uns zielsicher durch das volle Florenz. Gleich am ersten Abend wurden wir in die Realität Italiens hineingeworfen und merkten: Dort ist die Dichtung Dantes lebendig. Ein grandioses Beispiel der Rezitation gab uns Riccardo, der uns mit seiner wunderbaren Stimme mit in die Hölle Dantes nahm und dadurch schon zeigte: Dante ist präsent, damals wie heute. Jede einzelne Zeile seiner Komödie trägt und ein jeder konnte sich etwas vorstellen unter:

…zum Galgen schuf ich mir mein eigen Haus…“

Wir erschlossen uns das Dante-Viertel, die kleine Welt von damals. Einige setzten sich auf den Stein Dantes, von dem er aus den Bau des Domes beobachtete. Und wir lauschten den Ausführungen von Frau de Mars, die so vertraut ist mit Dantes Welt.

Von San Miniato del Monte genossen wir einen großartigen Blick über die Stadt und die Region – und einen Tag später war dieser Berg das Ziel des großen Friedensmarsches von Muslimen, Juden und Christen, die sorgenvoll auf den Krieg in Israel blicken. Es war eine riesige Kundgebung, ein sehr wichtiges Friedenszeichen an die Kriegsregion.

Es herrschte Pest und Not, als sich junge Menschen zu Boccaccios Zeiten trafen und beschlossen: Wir müssen hier raus. Sie gingen denn auch damals schon beschwerlichen Weg aus aus der Stadt, auf der Suche nach besserer Luft. Wir haben es ihnen nachempfunden. Vom hoch gelegenen Fiesole sind wir herabspaziert (oder gefahren) zur Villa Schifanoia, in deren Garten wir einen Hauch von dem spüren konnten, was Boccaccio in seinem Decamerone beschreibt. Und eine Novelle zeigte uns, wie kreativ Geschichten sein können. Wir haben am gleichen Tag noch das Archiv der EU besucht und erhielten Einblick, was es heißt, Dokumente der EU zu archivieren. Wer entschied damals, wer entscheidet heute, wann ein Text archiviert wird?

Unser Weg führte uns am nächsten Tag mit dem Bus durch den Valdarno nach Arezzo. Die große Überraschung: Sämtliche Wetter-Apps lagen falsch. Wir sahen sogar den Pratomagno, ein Blick, der Petrarca geprägt hat. Wir kamen an Stellen, die ohne Frau de Mars‘ Hilfe wohl niemand für sich entdeckt hätte. Die Balze, die Ponte Buriano… Einige schauen jetzt sicher anders auf die „Mona Lisa“! Wir erfuhren, wie wichtig die Schlacht von Campaldino 1289 war, die den Aufstieg von Florenz besiegelte und neue Städte ermöglichte, z.B. das vom Reißbrett aus geplante Castelfranco, in dem die Macht von Florenz sichtbar wurde. Dem gegenüber wird der große Gegensatz der mittelalterlichen Städte wie z. B. Loro Ciuffenna deutlich. Sicher wird auch die Kirche Pieve di Gropina mit ihren wunderschönen Alabasterfenstern in Erinnerung bleiben.

Der Weg über die Setteponti-Straße führte uns zu Veronica in einem Agriturismo der Fraternità dei Laici, die ihren Sitz in Arezzo hat.

Dort kam dann Boccaccio zu Wort und wir diskutierten, was sein Werk so einzigartig macht und warum er für so viele Dichter späterer Zeiten Vorbild ist. Der Geschmack des geistigen Genusses fand seinen Übergang in dem unvergleichlich guten Geschmack von frisch gepresstem Olivenöl, gepaart mit der Gaumenfreude des toskanischen Weins. Wer den Agriturismo verließ und nicht wusste, was Lebensgenuss ist, der hat etwas falsch gemacht.

Arezzo hat seine Seele noch nicht an den Tourismus verkauft, dafür wirbt die Stadt. Debora zeigte uns Beeindruckendes und sparte nicht mit einem patriotischen Bekenntnis zu ihrem Arezzo. Der Eindruck des Stolzes auf die Stadt und ihre durchaus leidgeprägte Geschichte wurde durch die engagierte Führung seitens des Büros des Bürgermeisters durch das Rathaus noch verstärkt. Man freute sich über unser Kommen und dankte mit großer Gastfreundschaft.

Arezzo, die Stadt, in der Petrarca geboren wurde, beherbergt DAS Haus für Petrarca-Studien: Die Accademia Petrarca. Ihr Bibliothekar Prof. Martini führte uns durch das Haus und erläuterte, was alles bis heute im Zusammenhang mit Petrarca geforscht wird. Petrarca, der dem Humanismus den Kick gab und den wir gerade heute, wo die Welt nach einem neuen Humanismus schreit, so dringend bräuchten.

Der Petrarkismus wird zu einer europäischen Bewegung. Petrarca blieb nicht in der Toskana, mehr als seine beiden anderen Dichterkollegen prägte er die Lyrik der Zeit.

Seine Laura wird zur Muse, und was das bedeutet, diskutierten wir an einem schönen Nachmittag im Salon des Hotels anhand einiger Sonette aus dem „Canzoniere“ .

Spontan und sehr bewegend hat uns Herr Prof. Acker die Leistungen Guido d’Arezzos, dem Begründer der modernen Notenschrift, nahegebracht, über Florenz als Geburtsstätte der Oper gesprochen und uns ermöglicht, Monteverdis Interpretation einer Canzone Petrarcas zu hören.

Zur Toskana gehört das gute Essen, das hatten wir zu Genüge. Und auch die südliche Sonne war uns hold bis auf den Empfang bei der Anreise und an einem Tag in Florenz. Es hätte wahrlich schlimmer kommen können!