Natur – Philosophie – Bad Gastein

Eine Woche der Reflexion und des Staunens

Vom 6. bis 13. September 2026 trafen sich 16 naturbegeisterte Menschen in den Hohen Tauern rund um Bad Gastein, um die Faszination und Fragilität der Bergwelt hautnah zu erleben. Die Exkursion bot nicht nur atemberaubende Einblicke in eine einzigartige Landschaft, sondern konfrontierte die Teilnehmer auch mit den sichtbaren Spuren des Klimawandels – einem Phänomen, das Flora, Fauna und Lebensräume bereits heute massiv verändert.

Klimawandel: Verstehen und Handeln

In abendlichen Vorträgen und Diskussionen setzten wir uns mit zentralen Fragen auseinander:

  • Was sind Kipppunkte im Klimasystem, und wie wirken Rückkopplungseffekte?
  • Welche Maßnahmen sind wirksam, und welche bleiben symbolisch im Kampf gegen die Erderwärmung?

Dabei wurde klar: Nicht nur der Kampf gegen die Ursachen des Klimawandels ist entscheidend – sondern auch die Anpassung an seine Folgen. Vor Ort konnten wir die Gletscherschmelze, Extremwetterereignisse und die zunehmenden Murenabgänge beobachten – und gleichzeitig Schutzmaßnahmen kennenlernen, die diese Herausforderungen bewältigen sollen.

Philosophische Spaziergänge: Denken in der Natur

An besonders schönen Orten der Region vertieften wir uns in philosophische Fragestellungen, die heute drängender sind denn je:

  • Carpe Diem in einer sich wandelnden Welt: Wie leben wir im Hier und Jetzt, wenn die Zukunft ungewiss ist?
  • Gelassenheit oder Bewegung? Sind Senecas Gedanken zur Akzeptanz des Unveränderlichen für uns anwendbar – oder fühlen wir uns Heraklits Prinzip der ständigen Veränderung näher?
  • Tourismus und Natur: Welche Anforderungen stellt der Mensch an die Landschaft – und wo können wir nachhaltig steuern, um sie zu schützen?

Fazit: Ein Paradies, das es zu bewahren gilt

Begleitet wurden wir von einem Nationalparkranger und einer Expertin für alpine Pflanzenwelt, deren Wissen die Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis machte. Wer einmal die Vielfalt und Schönheit dieser Region erlebt hat, weiß: Jede Anstrengung lohnt sich, um sie zu erhalten.

Kommentare von Teilnehmern

  • Eine wunderbar kombinierte, ausgewogene Reise mit Theorie und Naturerleben, Anregungen und Impulse für Erlangen von Einsicht und tiefes Bewusstsein
  • Eine sehr schöne ausgewogene Reise unter der Leitung von zwei liebenswürdigen Menschen mit Ortskenntnis.
  • Eine inspirierende Reise, von der wir lange zehren werden.
  • Die Reise “Natur und Philosophie im Gasteiner Tal“ von und mit dem Ehepaar Mielke war eine wunderbare Mischung aus Wandern, philosophischen Gesprächen, physikalischen Erläuterungen zum Klima, Kräuterspaziergang im Wald, Lesung über lokale Ereignisse und Entspannung im hauseigenen radonhaltigen Thermalbad. Die aufmerksame Betreuung im Hotel Excelsior, mitausgezeichnetem Essen, hat nicht unerheblich zur Erholung beigetragen. Es war eine rundum gelungene Woche!

Literarisch unterwegs in Salzburg und Bad Gastein (17.6.-24.6.2023)

Wunderschöne Sommertage erwarteten uns in Salzburg auf dem herrlichen Mönchsberg, wo wir zu Gast im Johannesschlössel sein durften. Ein magischer Ort, ein wunderbar gepflegter, weitläufiger Garten und eine Oase der Ruhe und trotzdem ganz nah am quirligen Leben der Stadt. Stefan Zweigs Wohnort auf dem Kapuzinerberg gegenüber fast sichtbar, haben wir die Welt Zweigs genauer betrachtet, immer wieder die geradezu erschreckende Aktualität für uns heute thematisiert. Wir sind durch Salzburg geschlendert, haben immer wieder unter kundiger Führung von Inez Reichl de Hoog viele Geschichten von Menschen gehört, die die Stadt inspiriert und geprägt hat, waren zu Gast bei den Künstlern Michael Ferner und Marco Govorcin und haben u.a. über die Kunstszene und ihre Themen nach Corona gesprochen, hatten ein wunderbares Konzert im Schloss Mirabell und natürlich immer wieder dazwischen kulinarische Höhepunkte.

Das herrliche Sommerwetter mit angenehm kühlen Nächten blieb uns auch In Bad Gastein erhalten, nur am letzten Tag fielen Diamanten vom Himmel, wie Grillparzer das so schön ausdrückte. Wir wohnten im Hotel Excelsior, geführt von einem leidenschaftlich um das Wohl der Gäste bemühten Hotelierspaar. Es war fantastisch. In Bad Gastein spazierten wir zu Kraftorten, Almen, Bergspitzen und natürlich dem Wasserfall, der quer durch das Dorf rast, und thematisierten an den unterschiedlichen Orten Texte von Menschen, die hier große Literatur geschrieben haben. Wir lernten Bad Gastein als Filmkulisse kennen und hörten von vielen Stars, die immer wieder kamen und kommen. Unnachahmlich hat Elisabeth Kröll ihrem Spitznamen, das historische Gewissen Bad Gasteins zu sein, alle Ehre gemacht. Der Nationalparkranger Hans Naglmayr sensibilisierte mit eindrücklichen Informationen und Bildern zu den Hohen Tauern für die Verantwortung, die wir alle tragen, wenn wir diese grandiose Natur betreten.

Das Programm war vielfältig. Anhand ausgewählter Passagen haben wir Humboldts Vorstelllungen vom Bildungsideal diskutiert, an dem er in Bad Gastein immer wieder arbeitete, wir stellten anhand eines Textes von Nikolai Gogol die Frage nach der Beurteilung von Theater, eine Frage, die wohl jeden Kunstinteressierten immer wieder beschäftigt, und wir betrachteten lyrische Passagen, die in Bad Gastein entstanden von der Minne bis in unsere Tage. Immer wieder wurde deutlich, warum dieser Ort so viele Menschen in seinen Bann gezogen hat und es weiter tut. Er ist sogar Thema eines Textes von Hermann Burger, mit dem er den Bachmannpreis gewonnen hat.

Derzeit herrscht erneut in diesem Ort Aufbruchsstimmung, Millionen werden in denkmalgeschützte Gebäude investiert, und einmal mehr erobert sich Bad Gastein derzeit ein neues Publikum. Diese Umbruchphase konnten wir voll und ganz genießen.